Ankommen, Eintauchen
Mit einem herzlichen „Bom Dia“ werde ich am Flughafen von Sao Nicolau willkommen geheißen und ich merke direkt, dass die Uhren hier ein bisschen langsamer ticken – „no Stress on Capo Verde“
Dieser Slogan wird mich die nächsten 7 Tage begleiten.
Kurze Zeit später, sitze ich in Tarrafal, einem kleinen Dörfchen im Westen der Insel, und genieße erst einmal eine Tasse Kaffee, in einem kleinen lokalen Restaurant, mit Blick auf den Hafen. Ich traue meinen Augen nicht, als ich plötzlich die Atemfontäne eines Wals sehe – ein Buckelwal schwimmt gemütlich vorbei, dreht sich und klatscht mit seiner Flosse auf das Wasser. Es ist, als würde auch er mich willkommen heißen und spätesten jetzt, kann ich es kaum erwarten Tauchen zu gehen 🤩
Gesagt, getan – nachmittags ist es dann soweit. In der Tauchbasis direkt am schwarzen Lavagesteinstrand von Tarrafal, richten wir unser Tauch-Equipment zusammen, packen es auf den Pick-up und fahren zum ca. 300m entfernten Hafen um von dort aus mit dem Boot zu starten. Und auch hier ist „no Stress on Capo Verde“ wieder deutlich zu spüren 🥰 die Fischer grüßen einen herzlich, sortieren ihren „catch of the day“ (der am Abend dann in den lokalen Restaurants zu finden ist), flicken ihre Netze oder relaxen nach getaner Arbeit auf den bunten kleinen Booten, die gemütlich im Wasser hin und her schaukeln. Ich liebe es!
Atlantik-Abenteuer und Inselvielfalt
Bereits nach wenigen Bootminuten erreichen wir unseren ersten Dive-Spot.
Die Unterwasserwelt ist so wild und unberührt wie die Insel selbst. Man taucht durch bizarre Canyons, mystische Grotten und entlang steiler Wände. Es ist kein „Aquarium-Tauchen“ – es ist ein echtes Atlantik-Abenteuer und ich habe nicht erwartet, solch große Fischschwärme zu sehen. Von den „üblichen Verdächtigen“, wie den kleinen Schnecken und Krebsen, bishin zu Schildkröten, riesigen Rochen, Haien oder Thunfischen, ist alles zu finden. Jeder Tauchgang ist eine Überraschung!
In den nächsten Tagen tauchen wir immer vormittags, sodass ich nachmittags Zeit habe, die Insel, die von absoluten Gegensätzen geprägt ist, zu erkunden.
Von karger, wüstenähnlicher Landschaft, bis hin zu üppig grünen Tälern, hohen Bergen wie z.B. dem Monte Gordo mit seinen 1.312m wo sogar Drachenbäume wachsen, der Gegend um Praia Branka mit seinen furchtbaren Plantagen die die Inselbewohner und seine Besucher mit Obst & Gemüse jeglicher Art versorgen.
Den surreal wirkenden Felsformationen von Carbeirinho, die vom Wind und dem Meer bizarr geformt wurden. Die unzähligen Wanderwege mit alten Eselspfaden, die durch tiefe Täler wie das Ribeira da Prata führen oder die charmante Inselhauptstadt Ribeira Brava mit ihren bunten Häusern und der kleinen historischen Nossa Senhora do Rosário. Zu meinem absoluten Glück findet während meines Aufenthaltes gerade der Karneval statt 🤩 er gilt als der zweitgrößte und farbenfroheste nach dem von Sao Vicente und ist im brasilianischen Stil angehaucht- ein wirklich tolles Erlebnis! Die Inselbewohner sind richtige „Party-Hupen“ und stecken wirklich jeden mit ihrer guten Laune, den rhythmischen Bewegungen und ihren farbenfrohen Kostümen an.
Mein Fazit nach einer Woche Sao Nicolau:
Manchmal ist der beste Reiseplan der, gar keinen zu haben. Ich landete auf São Nicolau ohne wirkliche Vorstellung davon, was mich erwartet. Keine Liste mit Sehenswürdigkeiten, nur die Neugier auf ein Stück Erde, das vom Massentourismus bisher sanft (und zum Glück 😅) übersehen wurde. Was ich fand, war kein klassisches Urlaubsparadies mit polierten Promenaden, „All-inklusive Bunkern“ und geschäftigen Strandverkäufern, sondern etwas viel Kostbareres: absolute Echtheit!
Sao Nicolau ist ein wunderschönes Fleckchen Erde – über und unter Wasser, das, wenn man offen dafür ist, mit seiner Seele berührt ❤️